Das gemeinsame Defi-Projekt der Mainzer Lions Clubs

Das gemeinsame Defi-Projekt der Mainzer Lions Clubs

Jedes Jahr kommt es in Deutschland zu 100.000 - 120.000 plötzlichen Todesfällen, die durch einen Herzstillstand hervorgerufen werden. Das sind circa 300 am Tag, etwa alle 4-5 Minuten ein Todesopfer. Das Problem: Der plötzliche Herztod kündigt sich nicht an, es kann jeden an jedem Ort  und zu jedem Zeitpunkt treffen.

Sehr viele dieser Todesfälle sind vermeidbar. Voraussetzung ist die Verfügbarkeit eines sog. Defibrillators. 90 % dieser Todesfälle werden durch sogenanntes Kammerflimmern hervorgerufen. Dabei handelt es sich um einen elektrischen Sturm im Herzen, so dass das Herz seine Pumpfunktion nicht mehr ausüben kann. Nur ein Elektroschock, ein sog. Defibrillation, kann das Herz wieder elektrisch stabilisieren. Ohne eine derartige Defibrillation kann der Betroffene nicht überleben. Entscheidend ist nun die Frage, wann diese Defibrillation erfolgt. 

Wenn jemand am Gutenbergplatz einen solchen plötzlichen Herztod erleidet, hängt seine Überlebenswahrscheinlichkeit vom raschen Handeln der umstehenden Personen ab. Je nachdem, wie gut die erforderliche Herzdruckmassage durchgeführt wird, und wie lange es dauert, bis der Notarzt kommt, ergibt sich eine Überlebenswahrscheinlichkeit ohne bleibende Hirnschäden von circa 2-8 %.

Nun steht aber am Gutenbergplatz eine Notrufsäule, die von den Mainzer Lionsclubs gemeinsam finanziert wurde, mit integriertem automatischem Defibrillator (AED), ein Defibrillator, der für den Laieneinsatz geeignet ist. Wenn einer der Umstehenden das weiß, und auch noch in der Lage ist, einen derartigen AED zu bedienen, dann erhöht sich durch die frühzeitige Defibrillation die Überlebenschance des Betroffenen um den Faktor 5 bis 10 auf 50%.

Um dieses enorme Lebensrettungspotential des Defibrillators nutzen zu können, müssen drei Probleme gelöst werden:

  • Es müssen an öffentlichen Plätzen AEDs zur Verfügung stehen.
  • Der Mainzer Stadtrat hat in seiner Sitzung am 15.6.2011 beschlossen, ein Netz von Notrufsäulen mit integriertem AED in Mainz zu errichten. Leider fehlt es an Geld. Inzwischen konnten 6 Notrufsäulen durch Spenden ermöglicht werden.
  • Es muss allgemein bekannt sein, dass es diese Einrichtung gibt. Ein AED, der nicht bekannt ist, kann nicht wirken. Wenn der Helfer am Gutenbergplatz nichts von der Notrufsäule weiß, muss der Betroffene bis zum Eintreffen des Notarztes auf die Defibrillation warten, was seine Chancen drastisch verringert. 
  • Der Helfer muss mit dem Einsatz des AEDs vertraut sein. Die Verwendung eines Laien-AEDs mit lauter und deutlicher Sprachanweisung ist sehr einfach. Wenn man aber noch nie gesehen hat, wie es geht, wird man ihn wohl nicht einsetzten.

Die Mainzer Lions haben daher in einer gemeinsamen Aktion eine Notrufsäule am Gutenbergplatz finanziert. In einer Veranstaltung im Rathaus haben sie gemeinsam mit der Stadt Mainz auf die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit einer derartigen Notrufsäule zur Lebensrettung von Menschen mit plötzlichem Herztod hingewiesen. 

Die Veranstaltung lieferte Hintergrundwissen, die Funktionsweise des Laiendefibrillators wurde praktisch demonstriert. Im Anschluss gabt es auch die Möglichkeit, kostenlos an einem Kurs des DRK zur Anwendung des AED teilzunehmen.

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